03.04.2020

Gabriel Fehrenbach

Eine Chance ist nur eine Chance, wenn wir sie auch wahrnehmen

Worauf uns Corona wirklich hinweist
Konventioneller Weise bekommen Kinder bei Fieber ein fiebersenkendes Mittel. Der Glaube dahinter: ohne Fieber keine Krankheit. Doch Fieber ist nicht die Krankheit, Fieber ist der Ausdruck, dass der Körper sich selbst heilt. Das fiebersenkende Mittel aber stört diese Selbstregulation.

Was ist die wirkliche Störung?
Wir erleben diese Verwechslung von Ausdruck und Störung auch jetzt. Der Virus ist nicht die Krankheit – er weist uns nur auf viel tiefergreifende Störungen hin – beim Einzelnen, aber auch in unserer gesamten Gesellschaft. Dass wir einen Virus als globalen Feind der Menschheit betrachten, gelingt uns nur aus einer isolierten Sicht von Ursache und Wirkung. Alles andere wird ausgeblendet – unser Wissen um falsche Ernährung und Lebensweisen, die Folgen unserer angst- und stressbasierten Kultur, die massiven ökologischen Zerstörungen. Indem wir aber Zusammenhänge ausblenden, zerstören wir sie. Das machen wir gerade, in dem wir unsere Gesellschaft wirtschaftlich lahm legen und unser soziales und kulturelles Gewebe zerreißen. Wir lassen uns von der Angst leiten. Wir glauben, wir könnten leben, in dem wir massiv gegen das Leben handeln. Doch wir traumatisieren uns selbst damit und schwächen uns. Wir machen uns anfällig für hierarchische Macht und den Wunsch nach einer starken Hand. Angst zerstört Vertrauen und damit die Grundlage einer offenen und freien Gesellschaft.

 

Eine Gesellschaft, die die Selbstwirksamkeit jedes Einzelnen fördert. Und uns, die wir handeln.

 

Wie gelangen wir in unser Potential?
Wir brauchen andere Wege im Umgang mit Krisen. Das zeigt uns Corona. Wir brauchen eine Medizin, die heilt, weil sie aus den Zusammenhängen heraus handelt und natürliche Heilprozesse stützt. Wir brauchen eine Wissenschaft, die Störungen als Information begreift und offen und partizipativ nach Lösungen sucht. Wir brauchen Unternehmen, die ökologisch wirtschaften. Wir brauchen eine Politik, die Gemeinschaft und Leben stärkt. Eine Gesellschaft, die die Selbstwirksamkeit jedes Einzelnen fördert. Und uns, die wir handeln.

Diesen Weg können wir jetzt schon einschlagen. Wir können Räume schaffen, in denen wir uns sicher und voll Vertrauen dem Schwierigen, dem Unbekannten öffnen. Wir können uns unverzagt dem stellen, was gerade da ist: der Angst und der Wut, der Freude, der Kraft und unserer Kreativität – dem Leben in all seinen Facetten. Wir können lernen, das Sterben nur ein Ausdruck des Lebens ist. Und von dieser Erkenntnis aus mutig neue Strukturen denken und schaffen. Das ist die Einladung dieses Momentes. Und wenn wir ihr folgen, wird sich uns der Weg von selbst zeigen. Eine Einladung ist nur eine Einladung – und nicht das Fest an sich. Tanzen können wir dort nur, wenn wir auch hingehen.

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